„Die Welt ist meine Vorstellung:“

 

Arthur Schopenhauer*

 

 Meine Arbeiten ─ ich nenne sie Fotografi(e)ken ─ orientieren sich an meiner Gedanken- und Gefühls-Welt, die geprägt ist durch vier Themenbereiche: Glaube, Leben, Natur und Sehnsucht, bestimmt durch den Lebensabschnitt, in dem ich mich befinde: Wie gestalte ich mein restliches Leben? Was bleibt von mir? Was will ich als Botschaft hinterlassen?

Meine Welt, und damit meine Kunst, ist Ausdruck meiner Vorstellungen.

 

Glaube besitzt in meiner Kunst eine zentrale Bedeutung. Das christliche Kreuz ist sowohl ein Symbol für den Glauben an Gott als auch ein Zeichen der Zuflucht und des Schutzes sowie der Hoffnung auf die Wiederauferstehung, das ewige Leben.

 

In der Natur finde ich einerseits innere Ruhe. Andererseits setze ich mich mit den Fragen auseinander, wie wir uns an der Natur bedienen, sie zu unserem Nutzen ausbeuten und dabei schädigen.

 

Unser Leben ist Ausdruck von Kreativität, Stärke, aber auch Schwäche. Was erwartet uns in der Zukunft? Wir suchen Schutz und Zufluchtsorte.

 

Sehnsucht steht für unser Streben nach dem ewigen Leben, Fragen, die unsere Existenz betreffen: Wer bin ich? Was ist meine Bedeutung im Miteinander mit Mensch und Natur?

 

Diese vier Bereiche sind die Grundlage für alle meine Arbeiten. Am Anfang jedes Projekts steht immer das Ziel: Was soll die Arbeit vermitteln? Als nächster Schritt folgt die Motivauswahl. Ich komme aus der Fotografie. Sie ist Leidenschaft und war Beruf. Jede Wanderung in den Bergen, jeder Ausflug führt zu unzähligen Fotos. 

 

Ich erstelle Skizzen zum Bildaufbau und setze danach Motive zusammen. In diesem Prozess der „Bild-Werdung“ arbeite ich so lange an Linienführung, Struktur und Farbe, bis mich das Ergebnis befriedigt. Aus meinen Fotografik(e)n erstelle ich auch Themenvideos, die in meinen Ausstellungen die Fotografik(e)n ergänzen. Dabei lege ich mir keine Beschränkungen auf.

 

Warum mache ich das alles? Die Vielfalt und Schnelligkeit gesellschaftlicher Prozesse unserer Tage fordert viel von uns. Bestehende Idealvorstellungen unterliegen immer vielfältigeren Einflüssen, werden täglich infrage gestellt.

 

Die Verankerung in unserer offenen westlichen Wertegemeinschaft, die entscheidend vom christlichen Glauben geprägt wird und durch Menschenwürde, Freiheit, Gleichberechtigung und Toleranz gekennzeichnet ist, droht sich nicht nur zu lockern, sondern aufzulösen. Das „Normale“ droht zur Ausnahme zu werden und verliert in den Augen vieler seine Legitimität. Das führt uns letztlich in die Dekadenz; zur Aufgabe aller Werte zum Zwecke anti-sozialer Selbstbefriedigung.

 

Um so wichtiger ist es. dass die Kunst nicht nur Fragen sondern auch Antworten liefert. Dieser Verantwortung stelle ich mich.

 

 

*Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, in: Ders. Sämtliche Werke in sechs Bänden. Hrsg. Von Eduard Grisebach. B I, Leipzig 1890/92. 1. Band, 1. Buch, $1, S. 33

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© Wolfdietrich Hoeveler