Jenseits - Was ist nach dem Tod?

Während der Fasten- und Osterzeit sind im St. Kastulus- Münster in Moosburg an der Isar ab 14. März bis zum 25. Mai 2021 Bilder von mir ausgestellt, die sich auf der Basis von Zitaten aus Dantes Göttlicher Komödie mit der Frage beschäftigen: Was geschieht im Jenseits? Was ist nach dem Tod?

Am 16. Mai strahlte Radio Horeb ein Interview mit mir zur Ausstellung aus, zu meiner Position im Hinblick auf Kunst im allgemeinen und mit christlichem Charakter.

Interview Radio Horeb am 16. Mai 2021 zur Ausstellung Jenseits
16052021 Interview Radio Horeb.mp3
MP3-Audiodatei [19.4 MB]

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Alle Bilder im Überblick

Die Hölle - Ewige Verdammnis

Der Läuterungsberg - Hoffnung und Vergebung

Das Paradies - Ewige Seligkeit

Warum "Jenseits"?

 

Was geschieht im Jenseits? Was ist nach dem Tod? Fragen, auf die es unzählige Antworten gibt, die einfachste von ihnen lautet: Nichts. Seit Menschengedenken suchen neben Philosophen und Künstlern die Menschen nach ausführlicheren Antworten. Und Religionen bieten diese auch an.

 

Wie die Sumerer, Perser, Etrusker und Germanen hatten Griechen und Römer genaue Vorstellungen über die Unterwelt, die in der Antike das Denken bestimmten. Personalisierte Jenseitsführer wie Charon brachten die Verstorbenen nach Zahlung eines Obolus über den Styx in den Hades, vorbei am Cerberus, dem dreiköpfigen Bewacher der Unterwelt. Dann entschied das Gericht der Unterwelt über das Schicksal der verstorbenen Seele: Es gab Bestrafung oder die Weiterreise über Flüsse wie Lethe in das Elysium, die Insel der Seligen.

 

Mit dem Erstarken des Christentums wandelten sich die Vorstellungen, lebten jedoch in angepasster Form weiter. Im Mittelalter, dem Übergang vom Heidentum in die frühchristliche Zeit, legten Sagen ein beredtes Zeugnis darüber ab. Zauberer, Drachen und andere mystische Vorgänge und Symbole vermischten sich mit dem christlichen Bekenntnis, wie in der Sage des Parzival und des heiligen Grals.

 

Der Florentiner Dante Alighieri schuf dann ab 1307 mit der Göttlichen Komödie ein bis heute unvergleichliches Werk. Er setzte sich darin neben italienischer Geschichte hauptsächlich mit Glaubensfragen auseinander, bis hin zu deutlicher Kritik an der Amtskirche. Und er schrieb die Komödie in Italienisch, nicht in Latein. Im 19. Jahrhundert wurde er „wiederentdeckt“ und dank zahlreicher Gemälde und Illustrationen wie von Gustave Doré wieder populär, auch für die christlichen Kirchen.

 

Damals wie heute setzen sich unzählige Werke in Literatur und bildender Kunst mit der Frage auseinander, was nach dem Tod geschehe.

 

 „Vor einiger Zeit las ich den Roman Der begrabene Riese von Kazuo Ishiguro,“ so Hoeveler. „Der Autor schildert darin den Tod eindringlich und besonders einfühlsam als ‚nicht schrecklich‘. Dieser Schluss hat mich tief bewegt. Ein Fährmann spielt darin die entscheidende Rolle. Das war der Anlass, mich mit der anderen Seite des Lebens zu befassen. Und so kam ich dann auf Dante Alighieri und seine Göttliche Komödie.“

 

„Im Gegensatz zu anderen Künstlern geht es mir jedoch nicht um eine neue Wiedergabe der darin detailliert beschriebenen Jenseitsbereiche, von der italienischen Geschichte des Mittelalters ganz zu schweigen. Auch die handelnden Personen wollte ich nicht darstellen, denn da gibt es genug Bilder und wir kennen sie. Die Lektüre des Stoffes lösten jedoch in mir Gefühle und Gedanken aus, die ich in teilabstrakten Bildern ausdrücken will.“

 

„Strafe und ewige Verdammnis in der Hölle und die Buße am Läuterungsberg umranken ohnehin schlimmste Gedanken und Befürchtungen, doch Vergebung und Ewige Seligkeit erwartet uns im Paradies – das ist für mich die entscheidende Aussage. Sie beruht auf den drei theologischen Tugenden des Christentums Glaube, Hoffnung und Liebe.“

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© Wolfdietrich Hoeveler